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Facharztmangel in Sachsen: Engpässe in verschiedenen Fachrichtungen und Lösungsansätze zur Verbesserung der medizinischen Versorgung

In Sachsen ist der Facharztmangel ein drängendes Problem, das viele Menschen betrifft. Besonders in Regionen wie Löbau-Zittau, Aue-Schwarzenberg und Bautzen fehlen dringend benötigte Hautärzte und andere Fachärzte. Während die Kassenärztliche Vereinigung an Lösungen arbeitet, um die medizinische Versorgung zu verbessern, haben viele Menschen Schwierigkeiten, zeitnah einen Termin zu bekommen. Innovative Ansätze wie telemedizinische Angebote und mobile Behandlungseinheiten zeigen erste Fortschritte, doch es bleibt noch viel zu tun, um die Versorgung in allen Teilen des Freistaats gerecht zu gestalten. Es ist wichtig, dass die Betroffenen wissen, dass Hilfe verfügbar ist und sie auch verschiedene Wege nutzen können, um einen Arzttermin zu erhalten.

Der Facharztmangel in Sachsen ist ein dringendes Problem, das immer wieder in den Fokus gerät. Insbesondere in den Regionen Aue-Schwarzenberg, Bautzen und Torgau-Oschatz ist die Anzahl der zur Verfügung stehenden Hautärzte unzureichend. Die Situation ist in der Region Löbau-Zittau besonders besorgniserregend, wo die Versorgungsquote mit nur 15 Prozent als "akut unterversorgt" gilt. Auch in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde gibt es signifikante Engpässe in Regionen wie Freiberg, Sächsische Schweiz, Löbau-Zittau und Muldentalkreis. Während Stollberg in der Augenheilkunde eine relativ hohe Quote von 67,7 Prozent aufweist, sieht es im Planungsbereich Südwestsachsen etwas besser aus: Hier liegt die Quote zwar bei 99,3 Prozent, doch grenznahe Kommunen sind stark betroffen.

In Riesa-Großenhain fehlen mittlerweile Gynäkologen, wo die Versorgung bei 95,3 Prozent liegt, und in Freiberg fehlen Kinderärzte (88,3 Prozent), während in Löbau-Zittau die Urologen mit einer Quote von 88,8 Prozent stark unterbesetzt sind. Erschreckend ist, dass 79,4 Prozent von fast 4900 befragten Menschen in Sachsen angaben, Schwierigkeiten zu haben, innerhalb von vier Wochen einen Facharzttermin zu erhalten. In einem großen Landkreis übersteigt die Versorgungsquote oft die 100 Prozent, doch die Verteilung der Ärzte ist ungleich, sodass an einem Ende der Region Ärzte konzentriert sind, während am anderen Ende ein akuter Mangel besteht.

Ein Teil des Problems liegt in der unzureichenden Grundversorgung, da nicht alle Fachärzte in dem Maße an der Grundversorgung teilnehmen, wie es notwendig wäre. Zudem arbeiten immer mehr Mediziner als Angestellte statt als niedergelassene Ärzte. Im Durchschnitt leistet die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) zwischen 65 und 75 Prozent der Arbeitszeit, die ein selbstständiger Arzt erbringt. Um Ungleichheiten innerhalb der Landkreise zu beheben, kann die KVS einen "zusätzlichen lokalen Bedarf" feststellen, was helfen könnte, die Situation zu verbessern.

Das sächsische Gesundheitssystem versucht, gegenzusteuern. Jedes Jahr werden 40 Studienplätze über die Landarztquote vergeben, wobei Absolventen nach ihrem Abschluss verpflichtet sind, mindestens fünf Jahre außerhalb der Ballungsräume von Leipzig, Markkleeberg und Dresden tätig zu sein. Studierende, die das sächsische Hausarztstipendium erhalten, können monatlich 1000 Euro beziehen, müssen jedoch ebenfalls außerhalb dieser Regionen für mindestens ein Jahr arbeiten.

In einigen der am stärksten betroffenen Regionen wie Löbau-Zittau, Aue und Annaberg-Buchholz haben Hausärzte begonnen, Hautuntersuchungen anzubieten, bei denen sie die telemedizinische Expertise von Dermatologen nutzen. Dies geschieht in Kooperation mit einem Leipziger Unternehmen namens e-Derma. Darüber hinaus ist die mobile Untersuchungs- und Behandlungseinheit (Mube), ein Container für die augenärztliche Versorgung, regelmäßig in Auerbach/Vogtland, Markneukirchen und Schwarzenberg/Erzgebirge im Einsatz. Telemedizin spielt auch hier eine zentrale Rolle, indem Augenärzte per VideoConsultation zugeschaltet werden.

Ein gemeinsames Projekt mit der Uniklinik Dresden zielt darauf ab, die Situation der Hautärzte im Raum Löbau-Zittau zu verbessern. Details zu diesem Projekt konnten bisher jedoch nicht veröffentlicht werden, wie der KVS-Chef Windau erklärt. "Wir arbeiten ständig an neuen Ideen und innovativen Modellprojekten für den Erhalt einer hochwertigen ambulanten Versorgung in allen Teilen Sachsens", so Windau weiter.

Patienten, die Schwierigkeiten haben, einen Termin zu erhalten, können den KVS-Terminservice unter www.116117-termine.de oder telefonisch unter 116 117 kontaktieren, wo freie Sprechzeiten koordiniert werden. Eine Überweisung mit Vermittlungscode vom Hausarzt kann teilweise notwendig sein. Wer keinen Hausarzt hat, kann sich ebenfalls an den KVS-Terminservice wenden. Zudem ist Doctolib, eine Plattform zur Terminvereinbarung, inzwischen ein bewährtes Hilfsmittel, doch viele Nutzer geben auf, wenn sie beim ersten Versuch keinen Erfolg haben. Es seien mehrere Versuche an verschiedenen Tagen und zu unterschiedlichen Zeiten empfehlenswert, da manche Praxen an bestimmten Wochentagen abgesagte Termine wieder freigeben.

Fakten

  • Der Facharztmangel ist in Sachsen ein allgegenwärtiges Thema.
  • Die Regionen Aue-Schwarzenberg, Bautzen und Torgau-Oschatz haben zu wenig Hautärzte.
  • Die Region Löbau-Zittau gilt mit einer Quote von nur 15 Prozent sogar als "akut unterversorgt".
  • In der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde gibt es Engpässe in den Regionen Freiberg, Sächsische Schweiz, Löbau-Zittau und Muldentalkreis.
  • Bei den Augenärzten kommt Stollberg auf eine Quote von 67,7 Prozent.
  • Im Planungsbereich Südwestsachsen sind es zwar 99,3 Prozent; das Gebiet ist allerdings sehr groß, und in grenznahen Kommunen ist die Lage nicht gut.
  • In Riesa-Großenhain fehlen Gynäkologen (Versorgungsquote: 95,3 Prozent).
  • In Freiberg Kinderärzte (88,3), in Löbau-Zittau Urologen (88,8 Prozent) fehlen.
  • 79,4 Prozent von knapp 4900 befragten Menschen in Sachsen haben Probleme, innerhalb von vier Wochen einen Facharzttermin zu bekommen.
  • In einem großen Landkreis liegt die Versorgungsquote mitunter bei über 100 Prozent – die Ärzte konzentrieren sich aber am einen Ende der Region und am anderen fehlen sie.
  • Unzureichende Grundversorgung: Fachärzte nehmen nicht alle in gleichem Maße an der Grundversorgung teil.
  • Weniger Ärzte in Niederlassung: Immer mehr Mediziner arbeiten als Angestellte.
  • Die KVS leistet im Schnitt nur zwischen 65 und 75 Prozent der Arbeitszeit eines selbstständigen, niedergelassenen Arztes.
  • Um Ungleichheiten innerhalb eines großen Landkreises zu beheben, kann die KVS einen "zusätzlichen lokalen Bedarf" feststellen.
  • Jedes Jahr werden im Freistaat 40 Studienplätze über die Landarztquote vergeben.
  • Absolventen müssen danach mindestens fünf Jahre außerhalb von Leipzig/Markkleeberg und Dresden/Radebeul vertragsärztlich tätig sein.
  • Nutznießer des sächsischen Hausarztstipendiums erhalten als Studierende 1000 Euro pro Monat und müssen später ebenfalls außerhalb der genannten Regionen arbeiten – für mindestens ein Jahr je Förderjahr.
  • In den Regionen Löbau-Zittau, Aue und Annaberg-Buchholz bieten Hausärzte Hautuntersuchungen an, bei denen sie die telemedizinische Expertise eines Dermatologen einholen können.
  • Das System kommt vom Leipziger Unternehmen e-Derma.
  • In Auerbach/Vogtland, Markneukirchen und Schwarzenberg/Erzgebirge macht regelmäßig die mobile Untersuchungs- und Behandlungseinheit (Mube) Station.
  • Das ist ein Container zur augenärztlichen Versorgung. Auch hier spielt Telemedizin eine zentrale Rolle; Augenärzte werden für Patientengespräche per Video zugeschaltet.
  • In einem gemeinsamen Projekt mit der Uniklinik Dresden soll die hautärztliche Situation im Raum Löbau-Zittau verbessert werden.
  • Details dazu könne man derzeit aber noch nicht nennen, sagt KVS-Chef Windau.
  • "Wir arbeiten ständig an neuen Ideen und innovativen Modellprojekten für den Erhalt einer hochwertigen ambulanten Versorgung in allen Teilen Sachsens."
  • Wer keinen Termin erhält, kann auf die Homepage www.116117-termine.de gehen oder die 116 117 wählen – das ist der KVS-Terminservice.
  • Dort werden freie Sprechzeiten koordiniert, teilweise ist eine Überweisung mit Vermittlungscode vom Hausarzt nötig.
  • Wer keinen Hausarzt hat, kann sich ebenfalls an den KVS-Terminservice wenden.
  • Doctolib ist als Helfer zum Arzttermin längst kein Geheimtipp mehr.
  • Viele geben jedoch auf, wenn sie beim ersten Versuch keinen Erfolg haben.
  • Es lohnt sich, an mehreren Tagen und zu unterschiedlichen Zeiten nach freien Sprechstunden zu suchen.
  • Manche Praxen geben an bestimmten Wochentagen abgesagte Termine wieder frei.
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